Von unserem Redaktionsmitglied
Anett Blumhagen
Friedland. Die Vorstellungen des Bildungsministeriums zur Schulentwicklungsplanung
in den Landkreisen haben auch in Friedland erste Proteste hervorgerufen. Geht
es nach dem Gesetz-Entwurf, dann müsste das Gymnasium mindestens dreizügig
sein. Das Neue Friedländer Gymnasium hat jene Forderung knapp verfehlt
und aufgrund der demografischen Entwicklung wird es auch in Zukunft schwierig,
die angesetzte Schülerzahl zu erreichen. Eine Schließung steht zwar
nicht zur Diskussion. Einem inoffiziellen Arbeitspapier zufolge, dass dem Nordkurier
vorliegt, könnte dann aber statt Gymnasium Kooperative Gesamtschule/Grundschule
an dem Gebäude stehen.
„
Noch steht gar nichts fest“, machte Landtagsabgeordneter Bodo Krumbholz
(SPD) auf Nachfrage deutlich. Die SPD-Fraktion hat den Entwurf gemeinsam mit
der PDS-Fraktion vorbereitet. Das Schweriner Ministerium habe ausgehend von
den zu erwartenden Schülerzahlen für die kommenden sechs Jahre die
Schulen auf eine Liste gesetzt, die wie im Fall des Friedländer Gymnasiums
die Dreizügigkeit nicht erfüllen. Das Ganze sei aber nur ein Arbeitspapier,
machte Bodo Krumbholz nachdrücklich klar.
Unter dem Motto „Exzellente Bildung im ländlichen Raum zu teuer?“ hat
sich jetzt die Gesamtelternvertretung für den Erhalt des Neuen Friedländer
Gymnasiums stark gemacht. Bereits am Montag kam es zu einem Treffen mit Vertretern
des Kreistages, Landtagsabgeordneten, der Schulleiterin und den Vorsitzenden
der Schulkonferenz und der Gesamtelternvertretung.
„Alle waren sich in ihrem Votum für das Haus einig, das für
die Region unverzichtbar ist“, hieß es am Anschluss an das Gespräch.
Die anwesenden Politiker aus Friedland versprachen ihr Bemühen für
den Erhalt des Neuen Friedländer Gymnasiums auch bei Stadtvertretung und
im Amt kund zu tun.
Die Eltern hoben die „gymnasiale Bildung auf hohem Niveau“ an der
Einrichtung hervor und die besondere Erziehungsarbeit. „Über Parteigrenzen
hinweg waren sich alle Anwesenden sofort einig: Das Neue Friedländer Gymnasium
ist in seinem Profil einmalig und muss, so wie es ist, auf jeden Fall erhalten
bleiben“, so Toralf Goth, Vorsitzender der Gesamtelternvertretung. Zudem
sei der wirtschaftliche Faktor für die Region nicht zu vergessen. „Wer
das hier aufgibt, der muss verrückt sein“, brachte es Steffen Braun
als Vorsitzender der Schulkonferenz auf den Punkt.
„
Die Einrichtung muss als reines Gymnasium erhalten bleiben“, betonte
auch Friedlands Bürgermeister Wilfried Block auf Nachfrage des Nordkurier
und verwies auf die Millioneninvestition durch den Neubau der Schule. Ihm sei
der derzeitige Planungsstand des Ministeriums nicht bekannt gewesen. Allerdings
sprach sich Block gegen die Einrichtung einer Kooperativen Gesamtschule in
dem Haus aus. „Das wird es mit der Stadt Friedland nicht geben“,
verwies er auf die Stadt als Schulträger der Grund- und Regionalschule. „Wir
haben schließlich ebenfalls Millionen in unsere Schulgebäude investiert.“
Artikel vom 18.11.2004